Der Schamane

Eine Geschichte die während dem ersten Live writing entstanden ist. Es war viel mehr eine Übung, als eine wirklich ernstgemeinte Geschichte.

Hast du gehört?” Alexandra war ziemlich aufgebracht, sie war vor ein paar Minuten wild schreiend durch die Straßen unseres kleinen Dorfes gerannt und stand nun schnaufend und total durchnässt von ihrem eigenen Schweiß vor mir. “Der Schamane meinte es würde in ein paar Minuten wieder anfangen!” nun wurde auch ich panisch und ruderte wild mit meinen Armen. “Wir hatten es doch gerade hinter uns! Sieh dir den Boden an, er ist noch immer blutrot.” Ich hatte recht, unsere ganzen Häuser und auch die Staßen waren dunkelrot. Es hatte gerade vor ein paar Minuten aufgehört und ich war zusammen mit den anderen heraus gekommen um mir das Spektakel anzusehen und nun sollte es schon wieder anfangen? Panisch rannte ich zusammen mit Alexandra zurück in die Wohnung und schaute aus dem Fenster. “Wann fängt es wieder an?” Es war nicht so als würde ich wirklich glauben, dass Alexandra mir die Frage beantworten konnte, es war eher ein Reflex um meine aufsteigende Angst zu überwinden. “Wie soll ich das wissen?” schrie nun Alexandra zurück und auch bei ihr konnte man die Angst förmlich spüren. Wir starrten uns an, unwissend ob wir nun weiter schreien oder doch weinend zusammen sacken sollten. Minuten lang starrten wir uns nun so an, uns kam es vor wie Stunden, bis dann endlich Alexandra wieder anfing zu reden. “Vielleicht hat der Schamane sich einfach geirrt?” Es war unmöglich das heraus zu finden, aber in diesem Augenblick fand ich als wäre das wohl die verständlichste Erklärung, warum der ausbleibende Regen ausblieb.
“Lass und wieder hinausgehen und die Sauerrei aufräumen. Glaubst du, dass es echtes Blut ist, was da vom Himmel gefallen ist?” fragte ich. “Es sieht ziemlich echt aus.” fügte ich noch hinzu wärend ich die Tür auf machte. Doch gerade als wir einen Schritt aus dem Haus heraus machen wollten, fing der Regen wieder an. Aber nicht so wie normaler regen, langsam, sondern von einem Augenblick auf den nächsten. “Was passiert hier?” wir machten beiden einen Schritt zurück und knallten die Tür zu. “Es war doch gerade noch strahlender Himmel!” meinte ich. “Der Regen ist verflucht, das ist ein Zeichen der Götter” Alexandra wurde wieder ganz panisch und rannte hinauf um, wie ich später erfuhr, ein altes Kreuz zu holen, welches ihr ihre Großmutter einmal geschenkt hatte. Ich blieb weiterhin unten und starrte auf den roten Regen der auf die Straße prasselte. Dies alltes hatte damit begonnen, das der Schamane einen totbringenden Regen vorhergesagt hatte. Wir hatten ihm natürlich nicht geglaubt. “Du, komm schnell, da ist jemand draußen” schrie nun Alexandra von Oben hinunter. Ich rannte also hoch und wirklich, von oben konnte man sehen, dass ein paar Häuser weiter ein Mann stand, an die Hauswand gelehnt und den Regen betrachtete, er war dünn und hatte schwarze Kleider an, ich glaubte sogar mich dran erinnern zu können, dass es eine Kutte war. Neben ihm stand ein großer Sack. Ich weiß nicht mehr was ich daran so ungewöhnlich fand, ich kann mich gerade nicht mehr genau erinnern wie der Sack aussah, aber er hatte irgendwas düsteres an sich. “Mir wird kalt.” meinte Alexandra. “Ich hol mir eine Decke” auch mir wurde immer kälter, je länger ich den Mann anstarrte. Wer war er, was war er, warum war er?